13.10.2024 – 14. Spieltag der Regionalliga Bayern

Zuschauer*Innen: 470

10 € Eintritt

Bierpreis: 5 € (Erdinger Helles)

Stadion: Städtisches Stadion an der Dantestraße (Kapazität: 12.000 Plätze)

Tore: https://www.fupa.net/match/tuerkguecue-muenchen-m1-spvgg-ansbach-m1-241012

Anstoßzeit: 14:00

Hunderte Menschen aus ganz Deutschland kommen zu einem Fußballspiel in der Regionalliga Bayern – beide Vereine haben keine großartig erwähnenswerte organisierte Fanszene. Wie konnte das also passieren? Der ständig insolvente Verein Türkgücü München schlägt mal (immerhin für Groundhopper) positive Schlagzeilen. Diese Saison meldete der Verein, der selbst keine eigene Spielstätte besitzt bis zu 4 Spiele im Dantestadion an.

Und was ist da so besonders dran? Türkgücü holte damit nach rund 17 Jahren den Fußball ins Dantestadion zurück. Leer stand das Stadion nie, es wurde in der Zwischenzeit für Americal Football genutzt. Das Stadion wurde 1928 erbaut, in der NS Zeit wurde die Gegengerade für Aufmärsche der Hitlerjugend durchbrochen. Nach dem das heutige Grünwalder Stadion durch einen Bombenangriff zerstört wurde, spielten hier kurzzeitig der FC Bayern München, 1860 München und FC Wacker München. 1954 wurde das Stadion renoviert. Von 1963 bis 1972 nutzte Wacker München das Stadion als Heimstätte. Bis 2006 trug der Vorgängerverein von Türkgücü „Turk SV 1975“ seine Spiele im Dantestadion aus. 2007 war das vorerst letzte Spiel im Dantestadion, der FC Bayern München besiegte in einem Testspiel die FT Gern mit 18:0. Luca Toni erzielte dabei seine ersten Tore für den FC Bayern, viele sollten noch folgen. Seit 2019 ist eine Renovierung angedacht, die aber bisher jährlich wieder aus dem Haushaltsplan gestrichen wird. 2022 wurde das Stadion als Baudenkmal aufgenommen.

Nach der Premiere gegen Hankofen-Hailing fand nun das zweite Spiel im Dantestadion statt, und dies auch noch an einem Länderspielwochenende. Diese perfekten Bedingungen lockten wieder hunderte Zuschauer an – viele reisten dafür hunderte Kilometer an. So waren Menschen aus Norddeutschland anwesend, aber auch Menschen aus den Niederlande. Das Spiel ansich interessierte dabei nur die wenigsten, das Stadion war da doch um einiges interessanter. Der chronisch klamme (und mal wieder in einem Insolvenzverfahren) steckende Verein versuchte daraus Profit zu schlagen und verlange für das Bier 5 € und für eine Bratwurst in der Semmel 7 €. Mit der Bratwurst überspannte man aber den Bogen, wirklich gut verkauft wurden die nicht.

Das Spiel zwischen zwei Abstiegskandidaten (Türkgücü weit abgeschlagen letzter – Ansbach ist auch unten tief drin) war wie erwartet technisch sehr schwach und ging hin und her. Wirklich großartig erwähnenswert ist da nur der völlig übermotivierte ältere Mann, der seine Mannschaft auf türkisch mit gefühlt 120 Dezibel anschrie – und damit zum heimlichen Star des Spiels wurde. Genial war auch der Stadionsprecher der Tore mit „Tor Gastmannschaft – Tor Heimmannschaft“ verkündete. Derweil unterhielten sich die ganzen Groundhopper lieber über ihre Lieblingsmannschaften, und wie es dort gerade so läuft. Es war teilweise wirklich schwer sich auf das Spiel zu konzentrieren, wobei man wirklich nicht viel dabei verpasst hätte. Zum Schluss trennten sich beide Mannschaften mit einem verdienten Unentscheiden.

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Zitat des MONATS: NOVEMBER

„Fußball interessiert mich überhaupt nicht.“

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