16.08.2025 – 4. Spieltag der 1. Liga (Nemzeti Bajnokság)

Zuschauer*Innen: 10.679

Eintritt: ca. 50 € VIP (COORS SECTOR)

Bierpreis: –

Stadion: Groupama Aréna (Kapazität: 23.700)

Tor(e): https://www.youtube.com/watch?v=M0BBHzcEkuA

Anstoßzeit: 20:00

Am nächsten Tag in Budapest gab der Spielplan ein Ferencvárosi Heimspiel her, nachdem ich am vorherigen Tag ja VIP genoss, wollte ich diesmal einen einfachen Sitzer in einer guten Position haben. Preise gecheckt, wow ist das günstig. Doch bei der Online Anmeldung war dann die Euphorie weg, man benötigt eine Fradi Supporter Card – die es nur vor Ort gibt. Wäre ja kein Stress gewesen, ich war ja schließlich vor Ort. Mit dieser FAN-ID kommt man ins Stadion und gibt vorher seinen biometrischen Abdruck beider Hände ab, dies wird in ein System eingespeist und man kann sein Ticket quasi auf seinen Händen „speichern“. Nachdem Ungarn immer mehr am Abgrund zur Diktatur steht, war mir völlig klar das ich hier definitiv nicht biometrische Daten von mir Speichern lasse. Nach dem ich mit dem Besuch schon fast abgeschlossen hatte, wurde mir mitgeteilt das man für VIP Tickets diese Fancard nicht braucht (sehr konsequent). Nach kurzer Recherche den Coors Sector gefunden, hier sind Getränke, Nachos und Pizzastücke (ja, das steht da wirklich) inkludiert. Dazu gibts den vermutlich dümmsten VIP Sitzplatzbereich der Welt, dazu aber später mehr. Nun wurde aus quasi politischen Gründen ein weiteres VIP Ticket gekauft, dass auch ein Satz von dem ich dachte ihn nie schreiben zu müssen. Die Groupama Aréna wurde 2014 eröffnet und ist für ein relativ neues Stadion wirklich gut gelungen (BIS AUF DEN COORS VIP SEKTOR). Vor Ort bekam ich ein Coors Sektor VIP Bändchen und fand den Eingang auch direkt – also eigentlich. Die ungarische Ordnerfrau wollte mich nicht reinlassen, jede Sprachversuche scheiterten – sie deutete an dass ich die Treppe weiter hochmuss. Hier oben waren übrigens die Toiletten und eine Trennwand. Also wieder runter, und das selbe Spiel von vorne – die Frau ließ mich einfach nicht durch die Tür und schickte mich wieder nach oben. Witzigerweise kannte quasi niemand die COORS Bändchen, offensichtlich auch sie nicht. Wer hier Geld ausgibt, nimmt ein ordentliches VIP Paket und nicht diesen scheiß Sektor. Also stand ich wieder vor den Toiletten und war langsam genervt, also schob ich an der Trennwand und schlüpfte oben durch. Nun war ich im VIP Gold Sektor (Recherche sagt ca. 150 € Tickets), direkt mal ausprobieren ob hier Essen bestellen funktioniert. Und wie es funktionierte… Bar, Dessert, Essen – niemand konnte was mit meinem Coors Bändchen anfangen und ich brauchte danach definitiv kein Abendessen mehr. Die Sachertorte mit Blattgold war herrlich absurd (und lecker). Nachdem ich die 1. Halbzeit dann in einem spielerisch ultra miesen Spiel in einem wunderschönen VIP Gold Außenbereich verbrachte, wollte ich nun aber auch noch unbedingt den Coors Sektor, den vor Ort niemand kennt kennenlernen. Also kurz dem Ordner sagen das ich mich verlaufen hab und unbedingt in meinen Coors Sektor möchte. Erstmal musste ich dem Sicherheitsteam erklären wie ich es in den VIP Gold Sektor geschafft habe (joa Leute, DAS war wirklich nicht schwer), dann brauchte man 4! (VIER) Leute bis jemand den Weg zum Coors Sektor wusste. Und nun endlich! Willkommen im beschissensten VIP Sektor (vermutlich) der Welt! Auf dem gemütlichen Ledersitz sieht man nur rund 85 % des Spielfelds. Keine Chance die rechte Spielfeldseite zu sehen, keine Ahnung wer die Idee hatte hier einen „VIP“ Bereich zu machen. Man ist übrigens komplett separiert und bekommt Getränke und Snacks von einem sehr schlecht gelaunten Jugendlichen serviert. Wir waren übrigens zu 5 in diesem Bereich, ich hätte sicherlich mit dem selben Laufweg wie vorher wieder zu Gold wechseln können – aber Satt und Angetrunken fand ich es herrlich absurd hier. Ich genoß die zweite Halbzeit, die sich witzigerweise sehr auf die linke Spielfeldseite konzentrierte. Immerhin hatte ich hier eine deutlich bessere Sicht auf die Ultras von Ferencvárosi. War jetzt aber absolut nichts besonderes. Und dann verlor man auch noch gegen den in die 1. Liga hochgezogenen Verein von Orban Puskás Akadémia FC mit 1:2. Die Gemeinde hat nur rund 1.900 Einwohner*Innen – darunter leider auch Viktor Orban. Nach dem Spiel ging es für mich beim richtigen Ausgang raus, übrigens an der Frau vorbei die mich hier auf keinen Fall reinlassen wollte. WARUM AUCH IMMER.

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Zitat des MONATS: NOVEMBER

„Fußball interessiert mich überhaupt nicht.“

Der euphorisierte Segler Felix van den Hövel bei der DFB Pokal Auslosung