13.09.2026 – 4. Spieltag der Super League (1. Liga)
Zuschauer*Innen: 19.545
40 € Eintritt (Sitzplatz Gate 3) + 21 € Fancard.
Stadion: Toumba (Kapazität: 28.701 Plätze)
Bierpreis: Alkoholverbot
Anstoßzeit: 20:00
Am Sonntag erwartete mich mein Highlight in Thessaloniki. Das Thessaloniki Derby! PAOK Thessaloniki wurde 1926 von vertriebenen Griechen aus Konstantinopel (heutiges Istanbul) gegründet. Seit der Einführung der Griechischen 1. Liga (Saison 1959/60) ist man nie abgestiegen. Mittlerweile hat man sich zu einem absoluten Spitzenteam in Griechenland entwickelt. Gespielt wird im Toumba-Stadion. Das Stadion ist das drittgrößte Stadion in Griechenland und absolut in die Jahre gekommen, lieben wir ja. Der Verein kommt alle paar Jahre mit einer neuen Planung für ein neues Stadion um die Ecke, bisher ist aber nichts passiert. In den letzten Jahren gab es diverse Krawalle in griechischen Stadien, deswegen gilt bei brisanten Partien ein Verbot von Gästefans und Alkoholverbot. 2018 in einem „Höhepunkt“ Ausschreitungsspiel rannte der PAOK Präsident Iwan Savvidis auf den Rasen und bedrohte den Schiedsrichter, dabei trug er sichtbar am Gürtel eine Pistole. Das Schiedsrichterteam verschanzte sich über 2 Stunden im Stadion. Savvidis wurde zu 100.000 € Geldstrafe und 25 Monaten Haft verurteilt, Präsident ist er aber heute noch. Wegen den ganzen Krawallen ist es mittlerweile nur noch möglich personalisiert mit der App Gov.gr Wallet ins Stadion zu kommen. Ticketverkauf war kein Problem, kurzfristiger Onlineverkauf ein paar Tage vorher, allerdings muss man (auch problemlos) noch eine Fancard dazu kaufen. Angeblich (ich hinterfrage bei Zahlungen in Griechenland generell einiges) wird das eingenommene Geld für die Jugendarbeit verwendet, dass wäre ja zu begrüßen. Nachdem es jetzt nicht das ungefährlichste Spiel ist, hab ich mich auch noch im PAOK Fanshop eingedeckt, was im Stadion für Begeisterung sorgte. Natürlich bin ich ja großer PAOK Fan (*hust*). Der Rivale Aris (die haben übrigens eine Freundschaft zum BVB) ist eine typische Fahrstuhlmannschaft. Je nach Saison ist von 2. Liga (in den letzten Jahren sogar eine Saison 3. Liga) bis zur Conference League Quali alles möglich, gegen PAOK ist man aber klarer Außenseiter. Nachdem es in den letzten Jahren wegen dem Gästeverbot oft außerhalb des Stadions geknallt hat, sind quasi im Umfeld des Stadions in allen Seitenstraßen Griechische Riotcops stationiert. An dem Abend blieb aber alles ruhig und der Einlass ging schnell – und die Secukontrolle war (überraschend) lasch. Nun kommen wir zu dem Punkt, weshalb ich euch zu Fanklamotten vor Ort rate – das Stadion ist so fucking eng. Selbst das engste Stadion in England war von den Sitzen nicht annähernd so eng wie das Toumba. Ihr werdet mit den Leuten neben euch ins Gespräch kommen, ob ihr wollt oder nicht. Und je nach Gestalt würde ich dort eher nicht „Groundhopper“ sagen. Alternativ möglichst schwarze Kleidung tragen – BITTE NICHT BUNT KOMMEN.
Dann ging der brachiale Gesang los – also melodisch ist da nix. Aber in einer Lautstärke, wo man denkt, dass (eh schon ziemlich baufällige) Stadion fällt gleich komplett auseinander. Beeindruckend. Leider gab es trotz Derby keine Pyrotechnik oder optische Aktion, das hätte alles nochmal so sehr aufgewertet. Nach dem 1:0 für PAOK ist dann auch noch eine Hunderschaft mit Schilden im Stadion aufmarschiert. Krass ist, dass Laserpointer keinen jucken. Obwohl Spieler von Aris bei Freistößen oder Ecken quasi dauerhaft ein grünes Gesicht hatten, gab es keinerlei Durchsagen. Spielerisch war das insgesamt wirklich schrottig, dafür dass in Griechenland fast alles günstiger ist sind 60 € (mit Fancard) für dieses Spiel quasi absurd. Nachdem 2:0 waren die Cops dann auch beruhigter und chillten auf ihren Schildern. Was ich auch noch nie erlebt habe: durch die extreme Enge des Stadions ist von Anpfiff bis zum Abpfiff in meiner Reihe NIEMAND aufgestanden. Alkohol gabs eh keinen, und für die überteuerten Stadionsnacks (gab eh nur Popcorn, Nachos und Sonnenblumenkerne) klettert niemand über andere Leute. Nach dem Spiel wurde dann noch die Ubahn gesperrt (London is Calling), aber kein Stress. Bier im Kiosk geholt und bei einem 30 Minütigen Fußweg die Stimmung in der Stadt nach dem Derby genossen. Bei 25 Grad nachts Mitte September ziemlich geil.



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