30.08.2026 – 1. Pokalrunde Serie D
Zuschauer*Innen: ca. 300
5 € Eintritt (freie Platzwahl)
Stadion: Campo Sportivo Comunale Cardinale Salvatore Favazza – Terrasini (Kapazität: 2000)
Bierpreis: 3,00 € (0,33 l Peroni)
Anstoßzeit: 18:30
Ab in den Sommerurlaub – und nun stand Groundhopping mit einem Städteerlebnis an. Palermo ist die Hauptstadt Siziliens mit ca. 625.000 Einwohner*Innen. Damit ist man die fünftgrößte Stadt Italiens. Neben wirklich wunderschönen Ecken hat die Stadt allerdings auch eine Menge hässlicher Ecken und insgesamt hab ich nicht sooo mit der Stadt gematcht. Leider fing die Fußballsaison auch erst an und meine Reiseplanung machte es nicht möglich ein Spiel vom FC Palermo zu sehen. Wird aber nachgeholt, könnte diese Saison ja noch spannend mit dem Aufstieg in die Seria A werden. Vor Ort wurde mir der Modwear Palermo Laden empfohlen – ein Laden der Schallplatten, Craftbeer, Casual Fußballmode und Vintage Trikots vermischt. Und jede Menge Red Bull Merch verkauft, nee danke – ich fand den Betreiber jetzt auch nicht besonders aufgeschlossen oder sympathisch. Auf die Frage warum er so ne scheiße verkauft reagierte er direkt angepisst. Bei meiner Fußballrecherche merkte ich schnell: der Athletic Club Palermo spielt irgendeine Pokalrunde. Ja warum hat eigentlich unterhalb der Seria B jede Liga einen eigenen Pokalwettbewerb? 2021 gab es eine große Pokalreform, um die großen Teams zu entlasten und die Coppa Italia attraktiver zu machen, wurde das Teilnehmerfeld auf 44 Mannschaften begrenzt. Bis zur Seria C besteht die Möglichkeit zur Qualifikation am großen Pokalwettbewerb, außerdem darf der Gewinner der Coppa Italia Seria C am Aufstiegsplayoff teilnehmen, völlig unabhängig der Ligaplatzierung. Bei der Coppa Italia Seria D geht es „nur“ um finanzielle Prämien und den Pokal. Der Athletic Club Palermo wurde erst 2012 mit dem Ziel zweitgrößter Verein in Palermo zu werden gegründet und pflegt ein freundschaftliches Verhältnis zum FC Palermo. Man arbeitete sich durch die Amateurligen und erreichte in der Saison 2024/25 den Aufstieg in die Seria D, dazu verpflichtete man mehrere ältere Profis des FC Palermo. Ein eigenes Stadion besitzt der Verein nicht, man spielt abwechselnd in Terrasini (rund 20 Minuten von Palermo entfernt) oder im Palermo im Velodromo Paolo Borsellino (was ein richtig geiles altes Stadion ist). Auch dieses Spiel war zuerst im Paolo Borsellino Stadion angesetzt, kurzfristig war dann doch wieder irgendeine Tribüne einsturzgefährdet und man zog nach Terrasini um. Nachdem ich keinerlei Infos über einen Verkauf von Tickets fand reiste ich auf Gut Glück an. Vor Ort gab es dann neben einem wunderschönen Berg und Meerpanorama einen Verkauf von Tickets vor dem Eingang. Normalerweise müssen in Italien die Tickets bis in die Seria D personalisiert werden, hier gab es ein kurzes „Tedesco“? und ich bekam irgendein Presseticket für 5 €. Sehr schöne und schnelle Lösung. In einem Kiosk gab es Bier, Softdrinks und Snacks. Trotz der 18:30 Anstoßzeit schwitzte ich bei schwülwarmen 35 Grad so krass auf der Tribüne im Schatten, das Klima auf der Insel kann wirklich Herausfordernd sein. Bei den Temperaturen Profisport betreiben nochmal krasser, und es war wirklich ein wildes Spiel. Neben vielen Toren gab es auch drei Rote Karten (2 gegen Palermo, eine gegen Trapani). Völlig kaputt: Gästefans mit dem Wohnort Trapani (liegt ebenfalls auf Sizilien) waren verboten, wer aber Trapanifan mit einem anderen Wohnort war durfte auf die gemeinsame Tribüne ohne Fantrennung. Ähhh völlig logisch natürlich. Vor Ort berichtete mir ein Fan das sogar Fan’s für wichtige Spiele ihren Wohnort wechseln, aber nicht wirklich dabei umziehen. Auch 2026 soll es vielerorts möglich sein, seinen Wohnort gegen ein Schmiergeld „schein“ zu wechseln. Hat er natürlich nur gehört. Sollte für den Bumskick auf Kunstrasen hier hoffentlich niemand gemacht haben. Trapani konnte das Spiel mit Glück gewinnen und ist in der 2. Runde eines merkwürdigen Pokals. Ground erledigt. Hat Spaß gemacht. Spaß hatte übrigens der Stadionspecher auch, der eskalierte dauerhaft so als wären 10.000 Menschen im Stadion.






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