02.09.2026 – 2. Pokalrunde Serie C
Zuschauer*Innen: ?
22 € Eintritt (Haupttribüne)
Stadion: Stadio Angelo Massimino (Kapazität: 20.016 – aus Sicherheitsgründen begrenzt)
Bierpreis: 5,00 € (0,5 l Peroni)
Anstoßzeit: 20:30
Und weiter ging der Urlaub – ab nach Catania. Catania ist eine historische Hafenstadt, direkt am Fuß des Ätna – der während meines Urlaubs weiterhin aktiv war. In Catania leben rund 297.000 Menschen und insgesamt gefiel es mir etwas besser als Palermo. Der 2022 gegründete Catania FC beruft sich auf die Geschichte des Vereins Calcio Catania , der 1908 gegründet wurde. Der ehemalige 1. Ligist ist in den letzten Jahrzehnten aber völlig im Chaos versunken. Am 2. Februar 2007 kam es im Derby gegen Palermo zu heftigen Ausschreitungen, dabei wurde der 38 Jährige Polizist Filippo Raciti getötet. Die Todesursache ist dabei bis heute nicht umfassend geklärt, der Ultra Antonio Speziale wurde 2012 in letzter Instanz wegen Totschlags schuldig gesprochen. Laut Anklage hatte er ein rausgerissenen Waschbecken auf den Polizisten geworfen, und ihn dabei tödlich verletzt. Antonio beteuerte seine Unschuld, später meldete sich ein Polizist – der angab seinen Kollegen Raciti bei den Ausschreitungen ausversehn mit seinem Dienstwagen erfasst zu haben. Aber die italienische Justiz wollte die Verurteilung gegen den jungen Ultra (damals 17 Jahre alt) , Überwachungskameramitschnitte wurden gekürzt, Beweise verschwanden, und der Polizist änderte vor Gericht seine Aussage. Ein Zeuge der angab ein Video von dem Überfahren zu haben, wurde nicht mal vorgeladen. Speziale saß 8 Jahre in Haft und wurde bei seiner Freilassung von hunderten Ultras empfangen, der Hass auf die Polizei hält sich in der Szene bis heute. In der Saison 2014/15 gab der damalige Präsident des Vereins zu, fünf Spiele manipuliert zu haben. Catania wurde in die 3. Liga versetzt und startete mit Minus Neun Punkten. Im April 2022 folge die Insolvenz und Neugründung des Vereins. Mittlerweile hat man sich wieder in der 3. Liga stabilisiert.
Gespielt wird im Stadio Angelo Massimino, das Stadion wurde 1937 erbaut und mehrmals renoviert. Zuletzt aber 1997, und seitdem ist auch nichts mehr passiert. Nach den tödlichen Ausschreitungen durfte 6 Monate nicht mehr im Stadion gespielt werden und die maximale Kapazität wurde verringert. Tickets gibts ganz einfach über die Vereinswebsite. Gästefans waren hier komplett verboten. Das Polizeiaufgebot vor Ort war riesig, mittlerweile ist es im Stadion auch nicht mehr möglich Sektoren zu wechseln. Die große Haupttribüne ist skurril, ganz oben und in der Mitte sind VIP Bereiche, die VIP Logen in der Mitte werden hierbei von dem oberen Catering versorgt – und zwar rennt ein Koch ständig mit Essen über die Tribünen. Hab ich noch nie gesehen und sieht mehr als witzig aus, außerdem haben die VIP Logen noch jeweils Zwei Frauen ala „Boxengirls der 2000er“ Jahre vor der Tür stehen. Dieser Bullshit ist mittlerweile fast überall abgeschafft, hier leider nicht. Der Verein hat zwei große Ultrakurven (Curva Nord und Curva Sud), meine Recherche ergab, dass die Untergruppen der Curva Nord quasi Nachfolgegruppen und jüngere Menschen sind. Die Curva Sud ist die historische Heimat der Ultras im Stadion und die älteren Gruppen stehen hier in Andenken an den Ultra Ciccio Famoso der 2017 verstarb. Beide Kurven stehen aber nicht in Konkurrenz und erwidern Sprechchöre und sprechen sich bei Pyrotechnik und Choreos ab. Interessant fand ich, dass dauerhaft Bengalos auf den Boden der jeweiligen Kurve geworfen wurden und dann im Rauch getanzt wurde. Insgesamt gefiel mir der Support gut, ich hätte mir allerdings noch etwas mehr erwartet. Aber zum Saisonstart verlor man mehrere Spiele und die Ultras hatten (mal wieder) Stress mit dem Eigentümer des Vereins, mittlerweile hat man sich aber wieder stabilisiert. In dem Spiel hatte man allerdings gar keine Chance und verlor kläglich gegen Savoia – fast der komplette Bereich der Haupttribüne ging bis zur 70. Minute – und ich überlegte mir irgendwann den ständig vorbei laufenden Koch zu überfallen. Machte ich dann doch nicht und schaute brav das Spiel fertig. Danach ging es wieder ins Stadtzentrum – zu Fuß mit gesperrten Straßen und einem seitlichen Polizeiaufgebot, dass an einen G7 Gipfel erinnerte.







Hinterlasse einen Kommentar